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Zwischen Abschied und Vorfreude

Quelle: Grafschafter Nachrichten

Autor: Sophie Oehus

Foto: Udo Wohlrab

 

Nach 16 Jahren beim SV Wietmarschen ist Schluss: Fußballer Andreas Groven beendet nach dieser Saison seine aktive Fußballkarriere. „Dafür gibt es mehrere Gründe“, erzählt er, „meine Frau und ich erwarten unser drittes Kind, ich bin Landwirt und werde im Sommer 35 Jahre. Irgendwann ist es mal Zeit, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.“

 

Der Zeitaufwand wurde in den letzten Jahren zu groß für ihn, sodass er sich dazu entschied, einen Schlussstrich zu ziehen. „Irgendwas bleibt hinten an und das war nun zu oft die Familie“, erklärt Groven.

 

Nachdem der Landwirt die Jugendabteilung von Sparta Nordhorn durchlaufen hatte, wechselte er nach Wietmarschen. „Ich habe in einem landwirtschaftlichen Betrieb eine Ausbildung gemacht. Der Sohn des Chefs hat in Wietmarschen gespielt und so ist der Kontakt entstanden“, erinnert sich Groven. „Damals hat das Team in der Bezirksliga gespielt, was ein großer Anreiz für mich war. Deshalb wurde ich schnell überzeugt“, fügt er hinzu.

 

Dass es die richtige Entscheidung war, stellte er nie infrage: „Es ist ein richtiger Dorfverein. Die Kameradschaft im Team, die auch abseits des Platzes herrscht, ist besonders. Außerdem haben wir bei jedem Heimspiel mindestens 200 Zuschauer, da macht es noch mehr Spaß.“ In der Mannschaft ist Groven sehr beliebt. „Er kommt als Typ super an und war spielerisch sowie menschlich immer sehr wichtig fürs Team“, erzählt sein langjähriger Teamkamerad Thomas Stegemann.

 

Als Kapitän der Truppe fungiert er bereits seit einigen Jahren. „Ich nehme die jungen Leute mit und führe sie an die Aufgaben heran. Außerdem kommuniziere ich zwischen dem Trainerteam und der Mannschaft oder kümmere mich um Sponsoren“, nennt Groven seine zusätzlichen Aufgaben. Doch das Amt hat auch seine Schattenseiten, beispielsweise als vor einigen Jahren der Trainer entlassen wurde: „Das war schon eine unangenehme Situation, weil ich immer ein gutes Verhältnis zu ihm hatte.“

 

Auf die Höhepunkte seiner Karriere blickt der Mittelfeldspieler hingegen gerne zurück. In den vielen Jahren haben sich einige angesammelt. Das einschneidendste Erlebnis sei jedoch der Aufstieg in die Bezirksliga in der Saison 2011/12 gewesen. „Da sind wir in der Relegation vor 2500 Zuschauern gegen Union Meppen angetreten und haben letztendlich 1:0 gewonnen. Das war ein Gänsehautmoment“, erinnert sich Groven an die Partie, in der er zehn Minuten vor Abpfiff aufgrund einer Gelb-roten Karte vom Platz flog. „Das hat mir noch mal extra Herzklopfen gebracht“, lacht er. Pokalsiege und der Meistertitel seien außerdem schöne Erinnerungen an die Zeit in Wietmarschen.

 

Sein letztes Spiel bestreitet er am Sonnabend in Laarwald. Am vergangenen Wochenende absolvierte Groven bereits sein letztes Heimspiel. Aufgrund von drei Wechseln in der ersten Halbzeit musste das Team improvisieren, da der geplante Wechsel beziehungsweise Abschied nun nicht mehr klappte. „Ein paar Minuten vor Ende wurde ich also inoffiziell ausgewechselt, um mir meinen Applaus abzuholen. Da war ich schon den Tränen nahe“, verrät er. Doch vor allem der Abschied von seiner Mannschaft wird ihm schwerfallen: „Es war schön, nach dem Training über Gott und die Welt zu reden. Das ganze Drumherum war etwas besonderes.“ Trotzdem geht Groven auch mit einem lachenden Auge: „Ich werde mich immer gerne erinnern und freue mich jetzt auf die Zeit mit meiner Familie.“