Werbung auf unserer Homepage

Möchten Sie Ihr Unternehmen auf unserer Seite präsentieren oder sind sie sonst an einer Partnerschaft interessiert?

Dann melden Sie sich einfach bei einem unserer Vorstandsmitglieder.

Fußballcamp: Wiedersehen und Training mit Anderbrügge

Der SV Wietmarschen veranstaltet vom 11. bis 13. Oktober in Zusammenarbeit mit der Fußballfabrik ein Fußballcamp. Der Gründer der Fußballfabrik, Ex-Profi Ingo Anderbrügge, ließ es sich nicht nehmen, im Vorfeld ein Probetraining mit unserer C-Jugend durchzuführen. Dass Anderbrügge im Vorfeld persönlich in Wietmarschen aufschlug hat eine nette Hintergrundgeschichte.

 

Quelle: Grafschafter Nachrichten

Autor: André Partmann

 

Als der „Bauer“ Anderbrügge foulte

Lügerings Wiedersehen in Wietmarschen mit Schalke-Idol nach mehr als 24 Jahren

 

Als Teil der legendären „Eurofighter“, die 1997 in Mailand den Uefa-Cup gewonnen hatten, hat Ingo Anderbrügge Fußballgeschichte geschrieben. Auch in Wiemarschen hat der Kultkicker vor mehr als zwei Jahrzehnten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nun kam es zu einem Wiedersehen.

 

WIETMARSCHEN. Als filigraner Techniker, wie Franz Beckenbauer es zu seiner aktiven Zeit gewesen ist, war Ingo Anderbrügge nie bekannt. Der Ex-Bundesligaprofi in Diensten des FC Schalke 04 und Borussia Dortmund war im wahrsten Sinne des Wortes ein „Original des Potts“ und verkörperte in den 1990-er Jahren wohl wie kaum ein anderer die dort so geschätzte Malocherattitüde: Ausdauer, Zweikampfstärke, Schussgewalt und einen unbändigen Kampfgeist.

 

2001 hat Anderbrügge bei den Sportfreunden Siegen seine Karriere beendet; mehr als 16 Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen. „Der beste Fußballer bin ich nie gewesen“, gibt Anderbrügge rückblickend zu. Und doch ist der Kultkicker mit seinem Image vielen Fußballfans in Erinnerung geblieben – sei es durch den Gewinn des Uefa-Cups als Teil der „Eurofighter“ oder eben durch seine Frisur, den blonden „Vokuhila“Haarschnitt, mit dem unermüdlich die Außenbahnen des Spielfelds beackerte.

 

Was Ingo Anderbrügge neben seiner Arbeitermentalität auch auszeichnete? Ein ehrliches und manchmal ziemlich loses Mundwerk, wie es in der heutigen kommerzialisierten Fußballwelt wohl nur noch selten zu finden ist. Beim SV Wietmarschen weiß man um Anderbrügges ehrliche Haut spätestens seit dem 10. Juli 1993 – allen voran Helmut Lügering, der zu jener Zeit als aktiver Spieler in der Kreisliga auf dem Platz stand.

 

Der FC Schalke reiste an diesem Tag zum Testspiel nach Wietmarschen, um in diesem Rahmen die neue Vereinstribüne des Sportplatzes einzuweihen. Mehr als 3000 Zuschauer waren dabei – und Helmut Lügering und seine Vereinskameraden entsprechend motiviert. Das Endergebnis von 0:13 sollte nach dem Schlusspfiff allerdings eine untergeordnete Rolle spielen. Was blieb, war vielmehr eine nette Anekdote: „Man musste sich damals mit allen Mitteln wehren“, erinnert sich Lügering. Nach wiederholtem Foulspiel des Wietmarschers rutschte Anderbrügge im Spiel ein abwertendes „Bauer“ heraus. Lügering, hauptberuflich Landwirt, entgegnete nur: „Woher weißt du das?“ Ein süffisantes Lächeln konnten sich beide Seiten nicht verkneifen – und Anderbrügges Karriere ist in jenem Moment um eine weitere Geschichte angewachsen.

 

Weshalb die Anekdote nun plötzlich wieder auf den Tisch kam? Anderbrügge betreibt seit 1997 eine Fußballschule mit dem Namen „Fußballfabrik“, die in Wietmarschen vom 11. bis zum 13. Oktober für Jugendliche im Alter von fünf bis 15 Jahren ein Camp anbietet (Infos und Anmeldungen unter www.fussballfabrik.com). Im Vorfeld kam er in die Grafschaft, um mit der C-Jugend eine Trainingseinheit zu absolvieren – und der Vorstand organisierte ergänzend dazu ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Gegenspieler. Da ließen es sich beide Kontrahenten natürlich nicht nehmen, die entsprechende Szene auf dem Platz ein weiteres Mal nachzustellen.

 

Beim Fußballcamp in Wietmarschen wird Anderbrügge nicht vor Ort sein, die Trainingseinheiten werden von lizenzierten Trainern durchgeführt. „Die Fußballfabrik läuft nach einem Franchise- System“, so Anderbrügge. Neben Fußball sollen in erster Linie Werte wie Ehrgeiz und Disziplin vermittelt werden – eben jene Attribute, die Anderbrügge zu seiner aktiven Zeit selbst erfolgreich gemacht haben.